Die "Kronstorfer Trilogie"
Mit Anton Bruckner, Rudolf Kirchschläger und Florian Födermayr hatten drei große Persönlichkeiten zu ihren Lebzeiten ein ganz besonderes Verhältnis zu Kronstorf. Alle drei verband ein inniges Verhältnis zu Ihrer (ehemaligen) Heimatgemeinde.
Ein Umstand, der uns Kronstorfer auch heute noch stolz macht.
DDr. Rudolf Kirchschläger (1915 - 2000)

Anlässlich seines 25ten Todestages im Jahr 2025 gedenken wir ganz besonders unserem Ehrenbürger DDr. Rudolf Kirchschläger (1915-2000)
Rudolf Kirchschläger kam 1924 als Neunjähriger nach Kronstorf und besuchte hier die Volksschule. Am ehemaligen Wohnhaus Brucknerplatz 3 erinnert heute eine Kirchschläger-Silhouette an den Kronstorfer Ehrenbürger.
Kirchschläger verdiente sich in jungen Jahren Geld als Friseurgehilfe und Nachhilfelehrer, um die Bürgerschule in Steyr und das Gymnasium in Horn besuchen zu können. Nach der Matura nahm er 1935 die Stelle des Gemeindesekretärs in Kronstorf an, entschied sich aber dann nach drei Monaten für ein Jus-Studium an der Universität Wien.
Im Zweiten Weltkrieg musste er an die Front. Unter widrigen Umständen schaffte er es zwischendurch trotzdem, sein Studium abzuschließen und heiratete 1940 Herma Sorger.
Aus US-Gefangenschaft zurückgekehrt wurde Kirchschläger Richter in Langenlois. Bruno Kreisky entdeckte seine Fähigkeiten und holte ihn ins Kabinett des Außenministeriums. Ab diesem Zeitpunkt begann seine politische Karriere: Kabinettschef, Botschafter in Prag, Außenminister. 1974 wurde Kirchschläger zum Bundespräsidenten gewählt und blieb es für zwei Amtsperioden bis 1986.
DDr. Rudolf Kirchschläger wurde 1974 zum Ehrenbürger der Marktgemeinde Kronstorf ernannt und war bis zu seinem Tod eng mit unserer Gemeinde verbunden.
Anton Bruckner (1824 - 1896)
Anton Bruckner verbrachte die Zeit von 1843 bis 1845 als Lehrergehilfe und Organist in Kronstorf. Der damalige Schulmeister Lehofer sowie Pfarrer Knauer erkannten sein Talent und förderten ihn.
Im Gegensatz zu früheren Stationen fühlte sich Bruckner hier „wie im Himmel“.
Dazu fand er in Kronstorf und Umgebung zahlreiche Freunde, die ihn darin bestärkten, die Musik zu seinem Beruf zu machen. Das ehemalige Zimmer Bruckners ist nun als Museum zugänglich.
So ging er als Stiftsorganist nach St. Florian, studierte Musiktheorie, unternahm viele Reisen und wurde bald darauf Leiter des Linzer Musikvereins.
Später wechselte er als Professor ans Wiener Konservatorium und wurde Organist am Hofe des Kaisers. Nach erfolgreichen Aufenthalten in London und Paris kehrte er zurück an die Universität Wien, wo er Musik unterrichtete. Als besondere Auszeichnung wurde er sogar in die kaiserlich-königliche Hofmusikkapelle aufgenommen. Anton Bruckner komponierte insgesamt neun Symphonien und zählt heute noch zu den bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte. Er wurde im Stift St. Florian beigesetzt.
Im Jahr 2024 feierte Kronstorf anlässlich des 200ten Geburtstages Anton Bruckners die Wiedereröffnung des neu inszenierten Museums „Kleinstes Brucknermuseum der Welt in einem originalen Wohnraum“ in welchem sich unter anderem eine Replique der Anton Bruckner Geige befindet, welche noch heute unter anderem durch das Bruckner Orchester bespielt wird und sich im Besitz der Marktgemeinde Kronstorf befindet.
Zahlreiche weitere Wegepunkte erinnern im Gemeindegebiet an den berühmten Komponisten – so wurde unter anderem die Volksschule in die „Anton-Bruckner-Volksschule“ umbenannt und die Außenfassade des Gebäudes ziert eine Partitur einer Bruckner Symphonie.
Florian Födermayr (1877 - 1960)

Florian Födermayr wurde am 18. April 1877 in Kronstorf geboren. Nach der ersten Nationalratswahl vom 19. Februar 1919 erhielt er einen Sitz in der Nationalversammlung. Florian Födermayr war Gründer des OÖ/Ö-Gemeindebundes.
Ab 14. April 1929 war Florian Födermayr Bürgermeister von Kronstorf und wurde 1938 von den Nationalsozialisten abgesetzt. Nach Kriegsende konnte er dieses Amt wieder bis zum 16. Oktober 1949 ausüben. In der Zeit vom 5. Mai 1929 bis 25. September 1930 war er Ackerbauminister der Regierungen Streeruwitz und Schober.
Am 7. März 1960 starb Florian Födermayr und wurde in der Familiengruft am Pfarrfriedhof von Kronstorf beigesetzt.
Weblinks:
Artikel "Kronstorfer Trilogie" Kronen Zeitung
Artikel "Kleinstes Brucknermuseum der Welt in einem originalen Wohnraum"
Wikipedia Eintrag Rudolf Kirchschläger
Wikipedia Eintrag Florian Födermayr
Wikipedia Eintrag Anton Bruckner